Weinprobe kennt man. Degustation von Edelbränden auch. Aber eine Kaffee­ver­kostung? Das klingt nicht nur exotisch. Es riecht auch so. Und schmeckt so.

Der Coffeologe und Barista Corrado Celebre ent­führte den kleinen Kreis ge­ladener Gäste nach Brasilien, Mexiko und Indien. Denn aus diesen Ländern kommen die Kaffees, die an diesem Abend ver­kostet wurden. Gewappnet mit speziellen Aroma­karten, die die ver­schiedenen Geschmacks­richtungen des Kaffees schematisch dar­stellen, versammel­ten sich die Kaffee­freunde um unsere lange Theke. Sechs sorten­reine Kaffees aus Brasilien galt es in der ersten Runde zu probieren.

Aber wie geht das? Zunächst werden die grob gemahlenen Kaffee­bohnen direkt in der Tasse mit heißem Wasser aufgebrüht. Nach wenigen Mintuen bildet sich eine Kruste.

Diese Kruste durchbricht man mit dem speziellen Cupping-­Löffel. Dabei sollte man ganz dicht über der Tasse sein. Nur so kann man die ein­maligen Aromen, die für einen kurzen Moment frei werden, riechen.

Spätestens jetzt sollte man die Hemmungen bei­seite legen. Denn nun kommt das eigent­liche "Cupping": Vom Löffel wird ein Schlück­chen Kaffee sehr schnell ge­schlürft. Je lauter dabei das Geräusch ist, desto höher die Chance, den wahren Geschmack des Kaffees zu er­leben.

Es folgten zwei weitere Runden mit Kaffees aus Mexiko und Indien. Die Gäste erfuhren ganz neben­bei viel über die An­bau­gebiete der Kirschen (so heißen die Bohnen in frischem Zustand) und die Betreiber der Plantagen. In den Pausen blieb genug Zeit um die Kunst­werke von Michael Beck zu bewundern. Am selben Abend startete die Auss­tellung  der "Weißen Werke" im halbacht. Die großen Lein­wände des Frie­drichs­hafener Künstler fügen sich wie selbst­verständlich in die Möbel­aus­stellung ein und schaffen eine ein­drucks­volle Symbiose aus Kunst und Design.

Wer noch nicht genug hatte vom Kaffee, konnte sich an der eigens instal­lierten Espresso­bar ausruhen oder weiteren farb­reichen Geschichten von  Corrado Celebre folgen.

Ein toller Abend im halbacht, mit leckerem Kaffee, span­nenden Erzähl­ungen aus den Kaffee­plantagen und eindrucks­vollen Werken von Michael Beck. Seine Aus­stellung ist übrigens noch bis Ende Juni bei uns zu sehen.